Ahnen

Ich melde mich hier nicht oft in letzter Zeit. Ich bin beschäftigt mit so vielen anderen Dingen. Ein Haus will auf- und ausgeräumt werden. Das ist ein schmerzhafter Prozess. Ein Stück Trauerbewältigung und Loslassen.

Foto oben: mein Urgroßvater – diese Generation hat zwei Kriege erlebt – hat viel Leid erlebt und mit viel Mut und Tatkraft immer wieder bei Null beginnen müssen

Ich stoße auf meine Ahnen in Form von Fotos, Briefen, (Zeit-)Dokumenten. Es ist spannend und ich spüre so oft eine Vertrautheit über die Zeiten hinweg.

Mein Großvater – wie man unschwer erkennen kann, in Russland – 2. Weltkrieg
Oben hält er meine Mutter im Arm

Er hatte seine Familie hier nach Nonnenhorn gebracht und sie so vor Bombenhagel in Nürnberg bewahrt. Süß – meine Mutter mit seiner Mütze. 

Da gibt es Briefe vom Bruder meiner Großmutter Anna – er schreibt aus dem Krieg. 

Da gibt es auch den offiziellen Brief, in dem mitgeteilt wird, dass er gefallen ist.

Meine Namensgeberin Ellen (geboren 1912). Was für eine schöne Frau! Lieblingstante meiner Mutter – daher mein Name. Sie und ihr Bruder Hans, mein Großvater sehen aus wie die Hauptdarsteller von „Babylon Berlin – Frisuren, Kleidung ….alles. Die goldenen Zwanziger.

Wieder zurück zur Haushaltsauflösung. Dazu gehört die Verteilung des Schmucks . So viel ist es gar nicht, aber die Erbstücke lassen uns an unsere liebe Mutter denken. Wir vermissen sie sehr.

Ein Foto von ihr, dreijährig, 1937… so zuckersüß. Ich habe es auf Transferfolie gedruckt und auf alten Leinenstoff gebügelt. Daraus kleine Beutelchen mit Reißverschluss genäht. 

Kleine Tütchen aus Papier auch. Das Foto zusammengenäht und mit Vintagespitze zur Schleife gebunden und verschlossen.

Auf den Spuren der Ahnen…..

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8 Antworten zu Ahnen

  1. Sonja sagt:

    Man wächst daran auf eine tiefe Art und Weise, liebe Ellen…
    Gruß von Sonja

  2. Barbara Jacob sagt:

    Liebe Frau Schnell, meine Mutter starb vor sieben Jahren. Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, mein Elternhaus leerzuräumen. Es ging mir wie Ihnen und es hat mich viele Tränen und Emotionen gekostet, und ich war meinen Vorfahren auf berührende Weise noch einmal sehr nahe.
    Während dieser Zeit habe ich ein Buch gelesen, das ich gerne weiterempfehle:
    Das Haus meiner Eltern hat viele Räume- vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren- von Ursula Ott, BGB Verlag.
    Mit herzlichen Grüßen, Barbara Jacob

  3. mona lisa sagt:

    Es ist eine Form kreativer, heilsamer Trauerarbeit,
    die in einem viele unterschiedliche, teils widersprüchliche Gefühle wachrufen kann.
    Wünsche, dass du dir die Zeit nehmen kannst, die du dafür brauchst.
    Hab Geduld mi dir.
    Herzliche Grüße

  4. Quer sagt:

    Das ist so herzanrührend und schön, liebe Ellen.
    Behalte diese wunderbaren Erinnerungsstücke tief in dir drin!
    Alles Liebe und herzlichen Gruss,
    Brigitte

  5. Brigitte R. sagt:

    Liebe Ellen,
    ein sehr berührender Post, der mich in diese Zeit nach dem Tod meiner Mutter zurück führt. Diese sehr persönlichen Augenblicke, Erinnerungen …
    habe gelacht und geweint…und es hat mich getröstet.
    Meine Mutter zu sehen als Kind, als junge Frau, stark und voller Energie, nicht nur hilflos und schutzbedürftig wie in den letzten 11 Lebensjahren.
    Ich umarme dich herzlich,
    Brigitte

  6. KAZE sagt:

    Liebe Ellen,
    du weißt gar nicht wie sehr ich mit dir fühle. Es nimmt einen so gefangen ,vieles freut einen , vieles nimmt einen mit und oft sind noch Fragen offen. Und man denkt, warum habe ich nicht gefragt. Briefe sind ein Schatz, wenn sie da sind.
    Ich wäre zu der Zeit nicht in der Lage gewesen für einen Post. So schwierig oft , weil so schnell hintereinander und so viel gab/gibt es. Erzählen geht immer noch nicht ohne Wasser.
    Die Idee mit der Transferfolie ist schön. Habe ich noch nie probiert.
    Ich denk an dich! Karen

  7. Cavatine sagt:

    Coucou Ellen, ça fait très longtemps…Je retrouve mon blog ce soir avec grand plaisir et je viens vers ton blog pour te rendre visite… J’espère que tout va bien dans ta famille
    A bientôt!
    Sophie / Cavatine

  8. Sanne sagt:

    Liebe Ellen,

    dein Blogbeitrag ist zwar jetzt schon etwas her, aber danke, dass du uns Einblick in so persönliche Begebenheiten gibst. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, wovon ich zum Beispiel über meine Großeltern nie etwas erfahren habe.
    Ich sende dir weiterhin tröstliche Gedanken.

    Liebe Grüße
    Sanne

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