Noche Flamenca

Das ungemütliche Regenwetter am Anfang des Urlaubs brachte uns auf die Idee, abends ins Museo Lara in Ronda zu gehen.
Wir erlebten dort einen fantastischen Flamencoabend.

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Auch wenn man von Flamenco keinerlei Ahnung hat, gibt es für den blutigen Laien sofort erkennbare, unverwechselbare Merkmale.
Die Gitarre, das Klatschen der Hände (palmas), Stampfen der Füße (zapateado), die reich verzierten Gesänge – kaum eine Musik ist so eigenständig, so im Augenblick erfaßbar. Hinter dieser Musik und diesem Tanz verbergen sich eine Unzahl an Codes, die sich im Laufe der wechselvollen Geschichte des Flamencos entwickelt haben.

Allein für die Herkunft des Namens gibt es eine Fülle an Vermutungen: Flämische Einwanderer im 16. Jahrhundert, Roma, die über Flandern nach Andalusien kamen, oder gar die aufrechte, mit durchgedrücktem Kreuz gehaltene Pose des Sängers, die an einen Flamingo erinnert, oder vielleicht doch das arabische Wort felagmengu?

Hier geht’s zur Webgalerie mit tollen Fotos, die Stefan an diesem unvergesslichen Abend gemacht hat.

Die Tradition des cante flamenco ist nach wie vor ungebrochen. 1957 wurde in Jerez der erste Flamenco-Lehrstuhl eingerichtet.
Ein Jahr später spielte ein elf-jähriger Bub sein erstes öffentliches Konzert: Francisco Sánchez Gómez alias Paco de Lucía. Dieser Name ruft nach wie vor heftigste Reaktionen untern den „aficionados“ hervor, wütende oder begeisterte, je nach „Lager“. Jedenfalls hat Paco de Lucía an der Erneuerungsbewegung des Flamenco pionierhaften Anteil, hierin (wie auch in der Ablehnung durch Puristen) Astor Piazzolla ähnlich.

Seit unserer Rückkehr schallt Paco de Lucía mit seiner Gitarre durchs Haus – seit vielen, vielen Jahren immer wieder ein Genuss – vor allem jetzt, wo die Andalusienerinnerungen noch so frisch im Gedächtnis sind.

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