seelenruhig

Es muss einfach sein …

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Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

 

Rainer Maria Rilke

 

rose

Foto: „Gräfin Diana“ – eine der vier Duftrosen, die wir letztes Jahr gepflanzt haben und die uns in diesem Sommer (und bis heute) mit vielen Blüten erfreut haben.

 

Heute, zum kalendarischen Herbstanfang wieder dieses einzigartige Gedicht. Immer wieder lerne ich es auswendig – jeden Herbst fehlen meinem Gedächtnis dann doch Teilstücke. Diesmal aber! … vielleicht schaffe ich es? Wir werden es nächstes Jahr ja sehen…

Was für ein grandioser Sommer. Gestern saßen wir mit Freunden beim Vietnamesen in seinem wunderschönen Biergarten unter den Bäumen. Kein Jäckchen war nötig – es war fast tropisch warm. Und wenn heute abend dieses Wetter zusammenbrechen soll, kann man nur sagen: der Sommer war sehr groß!

 

 

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