As time goes by

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1974…

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2007

Derselbe Ort – dieselben Freundinnen … lachend erinnerten wir uns am Samstag an dieses Foto!

Danke übrigens für Eure zahlreichen Kommentare! David geht es schon wieder sehr viel besser und der Fleck ums Auge wechselt gerade zur Farbe lila über. Wird schon wieder! Der Schreck war groß aber nun sind wir erleichtert.

Euch allen einen guten Start in die neue Woche wünscht ellen – seelenruhig

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Gute Nacht, David-Boy…

Der Tag begann so schön… eine nette Wanderung im nahen Bregenzerwald bei sommerlichen Temperaturen.

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Die Landschaft dort ist malerisch, und es gibt so viele schmucke Häuser, in die man sich hineinträumt.

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(beide Fotos auf der Wanderung von Schwarzenberg zum Bödele)

Abends dann ein schöner Ausklang am See, wo wir zu viert die schöne Stimmung genießen.
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Ein Gläschen trockener Weißwein, frisch aufgelesene Hasel- und Walnüsse knackend …
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haben wir zum Leben ein sehr entspanntes Verhältnis…
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Es ist rundum schön! Der Sonnenuntergang wie immer „der schönste, den man je gesehen hat“…
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der Mond geht auf und zaubert ein geheimnisvolles Licht… ach geht es uns doch gut!!!
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Da klingelt das Telefon: „Mama kannst du nach Lindau kommen?! Ich bin beim Breakdance aufs Gesicht gefallen und wir müssen ins Krankenhaus.“

Die Stimmung ist futsch, Mama packt mit fliegenden Händen und klopfendem Herzen ihre Siebensachen und wir fahren, um zu tun, was eben nötig ist … das Auge ist blutunterlaufen, die linke Gesichtshälfte geschwollen und in der Tat sieht die Nase ziemlich schief aus… Schürfwunden … Glück gehabt, die Nase ist nicht gebrochen…

Wir sind zu Hause, packen Eis aufs geschundene Gesicht, ein Teller Kürbissuppe geht noch, dann geht er hoch ins Bett und ruht die armen Knochen aus… Gute Nacht!

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Herbst (die zweite…)

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Ich hielt ihn für ein welkes Blatt
im Aufwind
Dann auf der Hand:
ein gelber Schmetterling

Er wird nicht länger dauern
als ein Blatt
das fallen muß
in diesem großen Herbst

(und ich nicht länger
als ein gelber Falter
in deiner Liebe großer Flut
und Ebbe)

und flattert doch
und streichelt meine Hand
auf der er sich bewegt
und weiß es nicht

Erich Fried

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Das oder der Linienschiff?

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Diese französisch-deutsche Coproduktion (Paris 1944) „Les marins font leur pipi“ zierte jahrelang die Toilette in meinem Elternhaus aufs Schönste.
Warum sie es wohl abgehängt haben? Ich habe mich immer so sehr darüber amüsiert!
Stefan hat es für mich abfotografiert – (70cmx30cm) – Danke!

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Regenbogenkinder

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Foto: Regenbogenkinder – aufgenommen von Ursula auf der DAV-Tour „Frauen auf den Spuren der Walser“ im vergangenen Juli

Auf der Passüberquerung Maienfelder Furka – wo sich die Frauen durch Schnee, Wolken und Nebel kämpfen mussten, wurden sie jedoch belohnt mit Werken des dortigen 2. Bilderhauersymposiums.

Das Werk von Andreas Hofer „Regenbogenkinder“ passt, finde ich, zum heutigen Weltkindertag besonders gut!

Seine Beschreibung des Kunstwerks:

Regenbogenkinder

Kinder sind die Zwischenwelt auf dem Weg zum Erwachsenen.

Kinder sind:
Die Zukunft Die Hoffnung Die Freude Die Unschuld Die Farbe
Jeder Mensch ist ein Kind, das durch die Zwischenwelt geht, erwachsen wird und von den nachfolgenden Kindern abgelöst wird.
Durch die Zeit die vergeht, entsteht die Monotonie des Erwachsenen und lässt den Alltag grau werden. Wenn der Erwachsene aber seine Herkunft nicht vergisst, weiß er dass er ein Kind ist und somit
Die Zukunft Die Hoffnung Die Freude Die Unschuld Die Farbe

Wer mehr über „Zauberberg in Action“ lesen möchte kann dies hier tun.

Danke, Ursula, fürs Berichten, Erzählen, Teilhabenlassen!

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Herbst

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Alles Behagen am Leben ist auf eine regelmäßige Wiederkehr der äußeren Dinge gegründet. Der Wechsel von Tag und Nacht, der Jahreszeiten, der Blüten und Früchte, und was uns sonst von Epoche zu Epoche entgegentritt, damit wir es genießen können und sollen, diese sind die eigentlichen Triebfedern des irdischen Lebens. Je offener wir für diese Genüsse sind, desto glücklicher fühlen wir uns.

Johann Wolfgang von Goethe

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Im Herbst liebe ich, wie herrlich und klar die Farben in der Natur leuchten! Gerade die Rottöne strahlen glänzend um die Wette.
Die Luft ist frisch und klar – alles erscheint in einem besonders intensiven Licht.

Diese schönen Herbstimpressionen hat natürlich mein liebster Fotograf aufgenommen – die ersten beiden im Montafon – die beiden, die nun folgen, am vergangenen Sonntag bei einer Wanderung durchs Ried bei Isny.

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Vermischtes…

ABGEFÜLLT in schöne Flaschen wird heute der vin de noix – der Nusswein, der nun seit Anfang Juli im Keller in Steinguttöpfen vor sich hin gezogen hat. Er riecht wieder köstlich.
Hervorragend als Apéritif geeignet – gerne auch mit einem kleinen Eiswürfel!
Hier das Etikett für den „Jahrgang 2007“:
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GESTAUNT habe ich am Samstag im Garten. Unter viel Gestrüpp und Unkraut habe ich blühende Primeln entdeckt. Ist das normal?? Auch der Rhododenron hat zwei weiße Blüten!

AMÜSIERT habe ich mich über einen Beitrag von Gott bloggt über Musik (runterscrollen zum 16.09.)

GELACHT habe ich gestern vor dem Fernseher. Arte brachte den Film von Pedro Almodóvar „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Man merkt nun doch, wie lange die 80er Jahre schon her sind. Der skurrile Humor von Almodóvar hat mir wieder sooo gut gefallen!

GENÄHT habe ich gestern am ‚Projekt graue Jacke‘. Zum Teil etwas kniffelig. Aber ich genieße es, in kleinen Etappen vorwärts zu kommen. Schon seit langem lege ich keinen Wert mehr auf Sachen, die in zwei-drei Stunden fertig sind. Ich liebe es, Kleidungsstücke mit Liebe zum Detail zu nähen. Das braucht Zeit – es ist dann aber auch ein Kleidungsstück, dem man die besondere Note ansieht. Mehr denn je gilt auch im Kleiderschrank: wenig aber edel

Draußen ist es grau in grau – die Arbeit am PC ruft – vorher aber noch das hier – und am liebsten „volles Rohr“ … dann geht doch alles wie von selbst!!!

Ich wünsch Euch was!!

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Ein neues Schlüsselbrett namens Glück!

Schon lange hatte ich vor, aus diesem Treibholzbrett etwas zu basteln – geworden ist nun daraus ein neues Schlüsselbrett, das auch als Pinwand verwendet werden kann.

Ich halte es mal eben für Euch hoch:

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Der japanische Schriftzug bedeutet „Glück“ und soll ein gutes Omen für unser Haus sein, denn das Schlüsselbrett findet seinen Platz im Windfang bei der Haustüre. Verschiedene kleine Haken für Schlüssel und ein paar alte Porzellan-Türknöpfe wurden reingedreht. Zum Glück hat mein Bruder Rolf eine tolle Werkstatt, in der man alles findet, was das Herz begehrt – Farbe, ein altes Seil, in das er mir noch schöne Zier-Seglerknoten gemacht hat! Danke!!

Den Eingangsbereich unterziehe ich nämlich gerade einer Verschönerungskur. Schon lange fand ich, dass er stiefmütterlich aussieht. Er bekommt dieser Tage nun eine neue Farbe verpasst, schöne, vergrößerte Fotos von Gräsern an die Wand und … das neue Schlüsselbrett.

Herzlich willkommen!

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Vernünftig?

Freitag abend klingelte es an der Haustür. „Mach was Vernünftiges damit!“, sagte sie, und drückte mir zwei große Schalen frisch gepflückter Pflaumen in die Hand.

Was ich damit gemacht habe: nicht sehr originell, doch von der ganzen Familie lobend und mit Freude zur Kenntnis genommen:

Zwetschgendatschi auf Hefeteig mit Zimtstreuseln

Vernünftig???

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1001 Dank für die nette Überraschung – und dann noch extra von Lindau nach Nonnenhorn gefahren…

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Liebe im Weizen

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Pablo Neruda in: ‚Ich bekenne, ich habe gelebt – Memoiren‘ – Luchterhand

Vor Mittag erreichte ich frisch und fröhlich das Zeltlager der Hernández. Mein einsamer Ritt auf verlassenen Pfaden, der erquickende Schlaf, all das strahlte meine schweigsame Jugend wieder.

Das Dreschen des Weizens, des Hafers, der Gerste wurde noch mit Stuten durchgeführt. Es gibt nichts Lustigeres auf der Welt als die Stuten zum aufmunternden Ruf der Reiter um die Tenne traben zu sehen. Die Sonne stand herrlich hoch, und die Luft war ein Wald- diamant, der die Berge zum Funkeln brachte. Das Dreschen ist ein goldenes Fest. Das gelbe Stroh türmt sich in goldenen Bergen; alles ist Tätigkeit und Umtrieb; Säcke laufen und füllen sich; Frauen kochen; Pferde scheuen; Hunde bellen; Kinder müssen alle Augenblicke, als seien sie Früchte des Strohs, aus Pferdehufen befreit werden.

Die Hernández waren eine eigenartige Sippe. Die ungekämmten und unrasierten Männer in Hemdsärmeln, den Revolver im Gürtel, waren fast immer mit Öl, Kornstaub, Lehm beschmiert oder regennaß bis auf die Knochen. Väter, Söhne, Neffen, Vettern besaßen alle den gleichen Gesichtsschnitt. Sie mochten stundenlang unter einem Motor liegen, auf einem Dach oder einer Dreschmaschine kauern. Sie unterhielten sich nie. Sie sprachen von allem im Scherzton, sofern sie nicht rauften. Beim Raufen legten sie wie eine
Springflut jeden aufs Kreuz, der ihnen in die Quere kam. Aber auch beim Kälberbraten auf freiem Feld, beim Rotwein und der Gitarre waren sie die ersten. Sie waren Grenzbewohner, Männer nach meinem Geschmack. Ich, ein bleicher Student, kam mir vor wie ein Däumling neben diesen schuftenden Berserkern; aber sie, warum weiß ich nicht, gingen so zartfühlend mit mir um wie mit niemandem sonst.

Nach dem Spießbraten, dem Gitarrenspiel, bis zur Blindheit ermattet vom Weizen und von der Sonne, richtete man sich für die Nacht ein. Die Ehepaare und alleinstehenden Frauen betteten sich in dem aus frischgeschnittenen Brettern verfertigten Feldlager auf dem Boden. Wir, die jungen Leute, mußten mit der Tenne vorlieb nehmen. Auf der Tenne häufte sich ein Berg Stroh, in dessen weichem gelbem Lager ein ganzes Dorf unterkommen konnte.

Für mich war das Ganze ungewohnt und unbequem. Ich wußte nicht, wie ich mich verhalten sollte. Behutsam schob ich meine Stiefel unter eine Schicht Weizenstroh, die mir als Kopfkissen dienen sollte. Ich zog meine Kleider aus, wickelte mich in meinen Poncho und tauchte in dem Strohberg unter. Ich lag weit von den anderen entfernt, die sofort einmütig losschnarchten.

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Lange lag ich auf dem Rücken mit offenen Augen, Gesicht und Arme mit Stroh bedeckt. Die Nacht war klar, kalt, durchdringend. Kein Mond, aber die Sterne schienen vom Regen frisch gewaschen, und über dem blinden Schlaf der anderen funkelten sie nur für mich im Schoß des Himmels. Dann schlief ich ein. Plötzlich erwachte ich, weil etwas auf mich zukam, ein unbekannter Körper bewegte sich unter dem Stroh und näherte sich mir. Ich bekam Angst. Dieses Etwas kroch langsam näher. Ich spürte die Strohhalme unter der nähergleitenden unbekannten Gestalt knacken. Mein ganzer Körper war wach, wartete. Vielleicht sollte ich aufstehen oder schreien. Ich rührte mich nicht. Ich hörte Atmen, dicht an meinem Kopf.

Und schon kam eine Hand näher, eine große Arbeiterhand, allerdings eine Frauenhand. Sie strich über meine Stim, meine Augen, mein ganzes Gesicht, zärtlich. Dann drückte sich ein gieriger Mund auf meinen, und ich fühlte am ganzen Körper bis zu den Beinen einen Frauenkörper, der sich an mich preßte.

Nach und nach ging meine Angst über in fiebernde Lust. Meine Hand entdeckte Haar und Zöpfe, eine glatte Stirn, Augen mit geschlossenen Lidern, seidig wie Mohn. Meine Hand suchte weiter und berührte zwei große feste Brüste, Hüften und runde Gesäßbacken, Beine, die mich umschlangen, und ich senkte die Finger in eine Scham wie Bergmoos. Kein Wort entwich diesem namenlosen Mund.

Wie schwierig ist es, sich geräuschlos zu lieben in einem Berg Stroh, in dem noch sieben oder acht Männer liegen,schlafende Männer, die um nichts auf der Welt geweckt werden dürfen. Sicher aber ist, daß alles möglich ist, selbst wenn es Mühe kostet. Bald darauf schlief auch die Unbekannte neben mir plötzlich ein, und ich, in Aufregung wegen der Situation, bekam es mit der Angst. Bald würde es hell, und die ersten Arbeiter würden die nackte Frau neben mir auf der Tenne finden. Doch auch ich schlief ein. Beim Erwachen
streckte ich erschrocken die Hand aus und fand nur eine lauwarme Vertiefung, ihre lauwarme Abwesenheit. Ein Vogel begann zu singen und bald füllte sich der ganze Urwald mit Gezwitscher. Dann das Pfeifen eines Motors, und Männer und Frauen kamen in Bewegung und machten sich auf der Tenne an die Arbeit. Der neue Dreschtag begann.

Zu Mittag aßen wir gemeinsam an einigen langen Brettern. Während des Essens blickte ich verstohlen um mich und suchte unter den Frauen die, welche die nächtliche Besucherin hätte sein können. Aber die einen waren zu alt, die anderen zu mager, viele blutjung und schlank wie Sardinen. Ich suchte eine füllige Frau mit voller Brust und langen Zöpfen. Plötzlich kam eine, die ein Stück gebratenes Fleisch für ihren Mann brachte, einen von den Hernández. Diese hätte es sein können. Als ich sie von meinem Tischende aus betrachtete, glaubte ich zu bemerken, daß diese schöne Frau mit langen Zöpfen mir einen raschen Blick und ein winziges
Lächeln zuwarf. Und mir war, als würde dieses Lächeln größer und tiefer und entfalte sich in meinem Körper.

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